SIEBEN - Laden, Café & Herberge

 

Niemals werde ich die Caffés vergessen, wo ich Verliebte im Paradies gesehen, und Hoffnungslose in der Hölle, Musik gehört, die bis heute ertönt, Engel ertappt, die einer Praline wegen auf die Erde gekommen. Alles zum Preis von Cappuccino und Hörnchen. 

Stefano Ferrio

Vom 18. Juni - 28. Juni 2024 bleibt unser Café geschlossen!


Für die Buchung unserer beiden Ferienwohnungen erreichen Sie uns über das Kontaktformular auf unserer Webseite (siehe Übernachten), per E-Mail oder über die Buchungsportale Booking.com und Airbnb.


Gerade eben erst habe ich den Mai-Text geschrieben, Pfingsten, Pfingstrosen (die in diesem Jahr irgendwie nicht aufblühen wollen, wenigstens die Hälfte davon verweigert sich). Nach einem glanzvollen Start, wenige Tage vor Pfingsten, haben ihre Kollegen das Blühen für dieses Jahr eingestellt. Eingezogene Hutzelköpfe, die still und traurig vor sich hin schrumpeln, von innen heraus vertrocknen. Bis ich Erbarmen habe oder es mir nicht mehr ansehen kann und mit der Gartenschere komme und schnipp schnapp sind die Trockenköpfe ab. Vielleicht ist auch ihnen der Spätfrost in die zarten Blütenblätter gefahren. Auf ein nächstes Jahr.

Und wieder etwas, bei dem wir darauf warten, dass es besser wird. Ein heikles Thema, die Sache mit dem Besserwerden, eines von gerade eben zahllosen…

 

Zurück zum Jahr, nächster Monat, nächste Etappe. Die Sommerferien stehen vor der Tür, unweit, schon klar zu erkennen. Sie winken aus greifbarer Nähe, stehen in startklarer Position, warten darauf die Schulkinder einzufangen, die es nicht erwarten können, endlich frei zu haben.

 

Damit komme ich im gleitenden Übergang zu meinem persönlichen Juni-Thema. Frei haben.

 

Wenn die Sonne im Zenit steht, das Thermometer noch ein wenig in die Höhe schnellt, wenn der Regen sich entschließt, irgendwo anders vom Himmel zu fallen, dann machen wir eine Café-Pause in der zweiten Junihälfte. Sie ist wetterabhängig, weil… und da kommt der Garten, den ich immer wieder gern beschreibe, in den ich von meinem Schreibplatz am Fenster hinabblicke, bei Sonne und bei Regen, im Winter, wenn dicke weiße Flocken vom Himmel fallen und wenn der Garten schläft, wieder einmal zum Tragen.

 

Die Prioritäten verschieben sich kurzzeitig, wie so oft im Leben. Die Kaffeemaschine macht Pause und manch einer wird vor der grauen Haustür stehen und ein leises Schade, dass zu ist schwebt in den Himmel über der Kleinstadt.

 

Die Wiese hinter dem Haus steht hoch. Ich mag Wiesen und weniger kurzrasierten Rasen. Trotz dass sie am Ende mehr Arbeit machen, aber weil sie dafür lebendiger sind. Am liebsten mit Margariten und Glockenblumen, mit Wiesenschaumkraut, das sich rosafarben im leichten Sommerwind wiegt, mit Flockenblumen und mit wildem Storchenschnabel. So, wie früher, wenn ich als Kind, mit kurzem Rock und kurzen Beinen durch den Sommer gelaufen bin, Wind in den Haaren, Träume im Kopf, irgendwann später… immer später, was nicht greifbar ist, weil es immer wieder weiterzieht und schon fort ist, wenn wir nach ihm fassen. Es rinnt uns durch unsere Hände und Sehnsucht im Blick warten wir weiter, auf Dinge, die niemals geschehen, wenn wir sie nicht heute beginnen. Später ist zu spät. Nicht zuletzt für die unzähligen Kleinigkeiten, die unsere Leben ausmachen.

Ein paar wenige Glockenblumen sind wieder da, violett im hohen Grün, entdecke ich sie auf einem Streifzug. Wir üben uns in Geduld und geben ihnen Zeit, nächstes Jahr werden es schon ein paar mehr sein. Durchs hohe Gras streicht – fast unsichtbar – die Katze der Nachbarn.

Irgendwo ganz oben auf meinem Bücherregal zwischen den alten Kinderbüchern steht eines, welches ich damals mit Faszination immer wieder durchgeblättert habe. Tausend versteckte Kleinigkeiten…

 

Pieter Bruegels Die Heuernte als Bildergeschichte erzählt, erschienen in den achtziger Jahren im Kinderbuchverlag Berlin. Ich habe beim Betrachten der einzelnen Seiten den Sommer riechen können, den Duft von Heu, die Schwere der Wärme, die Weite der Landschaften im Bild – ein Gefühl.

 

Juni ist Heu-Zeit und wenn das Wetter passt, sind wir vom 18. Juni – 28. Juni 2024 nicht da.

 

Zehntagesheu? Nicht ausschließlich, es gibt noch endlos mehr, ohne Meer, in der Kleinstadt, am Stadtrand, an einem der Enden der Welt…

 

In diesem Sinne viele Grüße vom Kapellengrundstück in der Widenvorstadt.

 

Kommen Sie gut in den Sommer!

Sommeranfang und die kürzeste Nacht und schon geht das Jahr in seine zweite Runde.

Auf bald oder später! :)

 

            

        


...und hier die Heufresser. :) Wenn der Sommer Geschichte ist und das Grün abgefressen, mümmeln sie genüsslich unser Gourmetheu in Bioqualität. :)