SIEBEN - Laden, Café & Herberge

 

Niemals werde ich die Caffés vergessen, wo ich Verliebte im Paradies gesehen, und Hoffnungslose in der Hölle, Musik gehört, die bis heute ertönt,

Engel ertappt, die einer Praline wegen auf die Erde gekommen. Alles zum Preis von Cappuccino und Hörnchen. Stefano Ferrio


News & Events


 Liebe Café-Gäste,

 

jedes Jahr, in etwa um diese Zeit, ertappe ich mich dabei, wie ich mit

wehmütigem Blick nach draußen schaue.

Ich blicke dem Sommer nach, der gerade im Vergehen ist.

Er wirft die heißen Tage, welche mich geradezu lähmten, jede Bewegung verlangsamten, von sich. Er entledigt sich ihrer und macht für einen kurzen Augenblick die Sicht auf den Herbst frei.

Meist beschleicht mich dabei das Gefühl, dass dies fast über Nacht geschehen wäre.

Zumeist ist dies nur eine kurze Sequenz im Jahresverlauf, fast ein Aufploppen. Fast immer kehrt der Sommer noch einmal zurück, nicht so heiß, wie in seiner Hoch-Zeit Juli & August.

Meist trägt er so etwas wie Altersmilde, hüllt sich in das spät sommerliche Kleid, welches Vergänglichkeit bedeutet.

Der Garten hinter dem Haus verändert sein Gesicht.

Vor ein oder zwei Wochen lag am Morgen ein feiner Nebel  über der Wiese. Wie Handtücher hing er zwischen den Bäumen

und ließ eine Ahnung aufkommen, dass die Jahreszeit, die wohl sehr viele Menschen lieben, für dieses Jahr ihrem Ende entgegen geht.

Der Urlaub, die Zeit mit der Familie irgendwo am Meer bleiben dort zurück und werden Erinnerung, feine Gespinste in den Köpfen.

 

Das Jahr schreitet stoisch, unbeirrt aller äußeren Ereignisse einfach weiter fort. So, wie es die Jahre eben immer tun,

egal was sie dabei mit sich bringen.

Im Augenblick fühlt es sich sogar fast normal an und wir hegen die leise Hoffnung, dass dies auch für die folgenden Monate so bleiben möge. Wir denken gerade nicht mehr allzu viel nach, über das was war und über das, was vielleicht noch kommen könnte.

Wir versuchen einfach nur von Tag zu Tag zu springen und zu sehen was geschieht. Langfristige Planung, davon haben wir uns irgendwie gerade verabschiedet.

 

Wir haben unsere Sommer Öffnungszeiten bis Ende Oktober ausgeweitet. 

Das Jahr bleibt in vielen Dingen ungewiss.

Wir komprimieren die Zeit, so man Zeit überhaupt komprimieren kann.

Ich habe mir abgewöhnt oder versuche es, fortwährend Parallelen zu ziehen. Parallelen aus den Vorjahren haben in diesem Jahr keine

Gültigkeit. Es gibt sie nicht.

Das funktioniert in diesem Jahr nicht wirklich.

Ich nehme jeden Tag als neue Überraschung an

und das in vielerlei Hinsicht.

 

Unser Hof ist seit drei Wochen zur Baustelle geworden.

Immer wenn meine Blick durch die Glastür nach draußen fällt,

denke ich "Kunst im öffentlichen Raum".

Christo & Jeanne-Claude müssen hier gewesen sein.

Das Haus ist komplett eingehüllt.

Vielleicht ist das meine persönliche Form der rosaroten Brille.

 

 Draußen sitzen ist an spätsommerlichen Tagen in etwas eingeschränkter Form möglich.

Wir leben gerade in einer Form von Improvisation und immer wenn ich diesen Punkt Gästen zu erklären versuche, beschleicht mich dabei der Gedanke, dass ja gewissermaßen unser ganzes Leben irgendwie Improvisation ist.

So betrachtet, hat sich dann doch nicht allzu vieles verändert.

Wir wissen nie genau, was an welchen Tagen an Arbeiten geschehen wird und wie der Wind steht und ob so etwas wie ein Sandsturm über uns hinweg fegt, um gleich aus dem Erfahrungsschatz der vergangenen Wochen etwas einfließen zu lassen. 

Nun gut, wir nehmen das Ganze als eine Art Perspektiv Wechsel und betrachten die Dinge dann eben einfach mal von einer anderen Seite oder eben auch von außen.

Manchmal eröffnen uns derlei Dinge ja durchaus vollkommen neue Sichtweisen & Horizonte.

 

In diesem Sinne, freuen Sie sich mit mir auf wundervolle Spätsommer-und dann auch in Bälde Herbsttage.  

Herzliche Grüße & vielleicht auf demnächst bei uns im oder vor dem Café!

 

Ihre Cornelia Unteutsch

 

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