SIEBEN - Laden, Café & Herberge

 

Niemals werde ich die Caffés vergessen, wo ich Verliebte im Paradies gesehen, und Hoffnungslose in der Hölle, Musik gehört, die bis heute ertönt,

Engel ertappt, die einer Praline wegen auf die Erde gekommen. Alles zum Preis von Cappuccino und Hörnchen. Stefano Ferrio


News & Events


 

 Liebe Café-Gäste,

 

wir haben Januar. Wir sind mitten im Winter und es sieht draußen,

vor dem Fenster, tatsächlich nach Winter aus.

Bei genauer Betrachtung unsere beste Zeit im Café, dann, wenn es die Menschen hineinzieht, an ein knisterndes Feuer, nach einem ausgedehnten Spaziergang in freier Natur.

Wenn sie kalte Füße haben und ein warmes Herz.

Heiße Schokolade, unser "Franz" (Kenner wissen, wen oder auch was ich hier meine :)), einen winterlichen Crêpes mit Granatapfel & Schokoladeneis & Schokoladensauce & Schlagsahne und und und 

bei uns genießen.

Leibspeise, Seelenfutter.

Das ist der Rückblick auf vergangene Winter und das ist ebenso der Vorausblick auf die kommenden.

 

Mein Winter in diesem Jahr:

Ich mache ausgedehnte Spaziergänge in freier Natur. Da ich nicht in meiner Café-Küche stehe (stehen darf) geht das häufig und ohne schlechtes Gewissen.

Ich zünde mir danach zu Hause Kerzen an und begrüße die immer noch früh einbrechende Dunkelheit. Einen Kamin gibt es hier bei mir nicht.

Dazu müsste ich mich ins menschenentwöhnte Café setzen.

Das wiederum will ich nicht. Nicht so. Kerzen sind auch schön.

Ich trinke Unmengen Tee, obwohl ich auch gerne heiße Schokolade mag.

Aber außer den Spaziergängen erstreckt sich mein Bewegungsradius im Augenblick nach dem Aufstehen am Morgen

zwischen Küchen- und Schreibtisch. Meistens. 

Ich bleibe bei Tee, aus angedeuteten Gründen...

Die Schwimmhalle hat (so wie ich) ja leider auch geschlossen. :(

Granatapfel toppt meinen morgendlichen Joghurt.

Manchmal denke ich dabei an Crêpes mit...

Ich habe, wenn ich von draußen hereinkomme, oft kalte Füße und wünsche mir, dass mein Herz nicht erfriert.

 

Aus diesem Grunde, an dieser Stelle:

Danke für alle so herzerwärmenden Nachrichten und für "richtige Post"

von unseren Gästen in den letzten Wochen. :)

Manchmal glaube ich an dieser Stelle dann doch manches instinktiv richtig gemacht zu haben, vielleicht, ein bisschen, irgendwie so...

 

Zusatz, einen Tag später:

Nein, das soll nicht traurig klingen. Ein sehr guter Freund sagte das gestern unmittelbar nach dem Hochladen des Textes zu mir.

Ich empfinde die Situation gerade als sehr, sehr leise...nachdenklich vielleicht, versehen mit Erinnerungsbögen und Zukunftsgedanken,

mittendrin das Hier & Jetzt, so wie es gerade ist. Traurig nein, das ist durch - jetzt das ist einfach nur Innehalten, Abwarten...

Es ist nicht alles gut - aber es ist auch nicht alles schlecht.

Es ist immer irgendetwas von beidem darin und jeder liest es mit seinen Augen, seinem Verstand, aus seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen in dieser Zeit.

 

Kommt/Kommen Sie gut durch den Winter!

 

 

Vor einem Winter

 

Ich mach ein Lied aus Stille

Und aus Septemberlicht.

Das Schweigen einer Grille

Geht ein in mein Gedicht.

 

Der See und die Libelle.

Das Vogelbeerenrot.

Die Arbeit einer Quelle.

Der Herbstgeruch von Brot.

 

Der Bäume Tod und Träne.

Der schwarze Rabenschrei.

Der Orgelflug der Schwäne.

Was es auch immer sei.

 

Das über uns die Räume

Aufreißt und riesig macht

Und fällt in unsre Träume

In einer finstren Nacht.

 

Ich mach ein Lied aus Stille.

Ich mach ein Lied aus Licht.

So geh ich in den Winter.

Und so vergeh ich nicht.

 

Eva Strittmatter, Ich mach ein Lied aus Stille 

                        

 


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